Tag 8 (14.04.): Rumble in the Jungle

Heute ging es für das GSE-Team zum Wandern in die Berge. Da es in Taiwan bereits im Frühling tagsüber regelmäßig 30° und wärmer wird, trafen wir uns schon früh morgens ganz im Süden Taipeis. Leider fährt die U-Bahn in Taipei nicht zwischen 24:00 und 06:00 Uhr, was dazu führte, dass unser Treffen von sehr früh (06:30 Uhr) auf früh (07:45 Uhr) verschoben wurde. Wir wohnen alle sehr verstreut und einige hatten eine Anreise von über einer Stunde, wodurch die letzte Nacht noch kürzer war als gewohnt.
Die Rotarier aus unserem Gastgeber-Distrikt 3522 haben sich zu einem losen Wanderclub zusammengeschlossen, alle, die Lust haben, treffen sich im zweiwöchigen Rhythmus. Zwei Mal im Jahr reist man sogar zusammen ins Ausland, um dort wandern zu gehen. Heute fanden sich mit uns ca. 35 Personen zum Wandern ein. Direkt konnten wir feststellen, dass die Taiwanesen das Wandern sehr ernst nehmen: alle erschienen perfekt ausgerüstet, mit Wanderschuhen und -rucksäcken, Funktionskleidung, Teleskopstäben und vielem mehr. Da kamen wir uns in unserer Sportkleidung und mit Sneakern fast schon deplaziert vor. 😉
Nach einer kurzen Fotosession wurden wir auf verschiedene Autos verteilt und fuhren gute 40 Minuten aus der Stadt heraus in die Berge, Richtung PingLin. Die oft enge und kurvige Bergstraße war gut besucht: neben vielen Autos überholten wir immer wieder Radfahrer, außerdem wimmelte es nur so von Motorrädern und Rollern und auch von Fotografen, die fast schon paparazziartig an der Strecke standen und Fotos von den Motorradfahrern machten, zum Teil mit wirklich beeindruckender Ausrüstung. Grundsätzlich kann der Verkehr in Taipei mitunter als abenteuerlich bezeichnet werden (siehe dazu auch den Bericht von unserem ersten Tag) und es hat uns alle überrascht, dass wir bisher noch keinen Unfall gesehen haben. Bisher ist hierbei auch das richtige Wort; auf dem Weg in die Berge passierten wir leider diverse Unfallstellen.
Am Ziel angekommen wurde dann erst mal Essen gereicht und es wurden weitere Fotos gemacht, bevor es dann mit dem tatsächlichen Wandern los ging. Gute eineinhalb Stunden wanderten wir von einem kleinen Tempel aus zu einer Gedenkstätte sowie dem Grab der in diesen Bergen von den japanischen Besetzern ermordeten Ureinwohner. Anschließend ging es auf demselben Weg wieder zurück. Zwischendurch machten wir immer wieder kurze Pausen, um eine Kleinigkeit zu essen (der Taiwanese ist vorbereitet und bringt zum Wandern kleine Snacks mit, die in der Gruppe geteilt werden können). Als es zwischendurch kurz leicht anfing zu nieseln, waren wir sehr überrascht, dass die Wanderung einfach mit Schirmen fortgesetzt wurde (der Taiwanese ist vorbereitet und bring zum Wandern auch einen Schirm mit). Die Strecke war insgesamt zum Glück nicht zu anspruchsvoll, denn durch die Hitze (30°C) und die hohe Luftfeuchtigkeit (schwül, schwül, schwül!) kam man auch ohne große körperliche Anstrengungen durchaus ins Schwitzen. 😉
Wieder am Ausgangspunkt der Wanderung angekommen erwarteten uns bereits zwei große Töpfe mit selbstgemachter Nudelsuppe. Ein Teil der Wandergruppe war nicht die gesamte Strecke mit uns gewandert, sondern vorzeitig um gekehrt, um das Essen zuzubereiten. Wir staunten nicht schlecht, als jeder aus seinem Rucksack ein kleine Metallschüssel und Stäbchen hervorholte (der Taiwanese ist vorbereitet). Zufrieden und geschafft langten wir zu und verspeisten die ein oder andere Schüssel der sehr leckeren Suppe.

Das Wandern in Taiwan hat uns allen großen Spaß gemacht. Die Landschaft ist sehr grün und atemberaubend schön, einen solchen Tagesausflug können wir jedem nur empfehlen.
An dieser Stelle danke an den rotarischen Wanderclub des Distrikts 3522 für den tollen Tag und an Hipo, der uns eingeladen und alles organisiert hat!

 

Abends sind wir zu einem gemeinsamen Abendessen mit den Gastfamilien zusammengekommen. Dazu trafen wir uns in einem „healthy store“, der im hinteren Teil der Verkaufsfläche über eine voll funktionsfähige Küche und Sitzgelegenheiten verfügt, die gemietet werden können. Unsere Familien brachten jeweils ein paar Kleinigkeiten mit zum Essen, sodass ein abwechslungsreiches Buffet entstand. Wir speisten in gemütlicher Runde und ließen den Abend entspannt ausklingen.

2 Gedanken zu „Tag 8 (14.04.): Rumble in the Jungle

  1. Eure Berichte zeigen, dass Eure Gastgeber sich große Mühe geben, Euch die Vielfalt Taiwans und des way of life zu zeigen. Eine so perfekt organisierte Wanderung hätte ich eher von einer Sektion des Deutschen Alpenvereins erwartet. Viel Spaß in Woche 2!

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